Autor: admin

  • Ueber Jungs oder bin ich Kueche

    Ueber Jungs oder bin ich Kueche

    Fünf Jugendliche, mit sehr unterschiedlicher Herkunft, werden wegen unterschiedlicher Straftaten mit Gewalthintergrund zu einem Anti-Aggressionstraining (AAT) verurteilt: Das AAT besteht aus einem Kochkurs für Jungs. Hier sollen sie statt ihrer Wut Gemüse zum Kochen bringen und Einzelkampf durch Team-work ersetzen. Am 2. Tag gesellt sich Alex dazu. Nur- Alex ist ein Mädchen. Ein Verwaltungsirrtum, der für einige Unruhe sorgt. Alex ist den Jungs in keiner Weise unterlegen und kann genauso gut austeilen und ebenso schlecht mit ihrer Aggression umgehen. Die knallharte 2-Sterne Küchenchefin, ein scheinbar verständnisloser Staatsanwalt und ein Helikopter-Vater, der ständig Konfuzius zitiert, sind die starke Würzung des Kurses. Scharfe Zwiebeln, fliegende Kartoffeln, harte Karotten, Messer für den Hausgebrauch, die Deadline des Kurses, und eine Menge Testosteron sind die weiteren Zutaten für das Stück.

    David Gieselmann bearbeitete auf satirische Art und mit einem Augenzwinkern das Thema von Frustration, die in Gewalt mündet. Er versteht sich darauf, Realitäten ins Absurde kippen zu lassen. So hält das Stück gekonnt die Waage vom ernsten Thema zu einem trotzdem humorvollen Abend.

    Und die mittlerweile bundesweit ausgezeichnete JuBO schafft es in der Inszenierung, wie gewohnt, ernste Themen mit Humor und viel Spielspaß auf die Bühne zu bringen.

  • Mr. Pilks Irrenhaus

    Mr. Pilks Irrenhaus

    von Ken Campbell. Endlich ist es wieder soweit: Kulturangebote, wie Theater, finden, wenn auch zaghaft, wieder ihren Weg auf die Bühne. So auch die Jugendbühne Ostfildern mit ihrer neusten Inszenierung.

    „Mr. Pilks Irrenhaus“ von Ken Campbell feiert am 15. Oktober 2021 seine Premiere im Zentrum Zinsholz. Campbell schreibt in seiner Vorrede dazu:

    „Gleich am Anfang muss ich ihnen sagen, dass Henry Pilk ein Wahnsinniger ist. Ein Trinker. Ein ewiger Jugendlicher, spontan, radikal, kompromisslos“. Pilk´s kleine Szenen, die sich hier zusammenfinden, sind skurril, absurd, mal ohne, mal gefüllt mit schwarzem Humor. Dann wieder satirisch, ironisch oder kabarettistisch und gesellschaftskritisch. Aus dem Gesamtwerk hat die JuBO, unter der Regie von Gerhard Bauer, eine Auswahl der Dramoletten zusammengestellt und bringt sie mit den jungen Schauspieler*innen und deren ungebremster Spielfreude auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Das Endprodukt: eine abwechslungsreiche, lustige und hintergründige Inszenierung. Scheinbar sinnlose Betrachtungen, z.B. über Käse oder Tischbeine, veranschaulichen Swana Servais und Julian Basset die Welt. Die unsichtbaren Männer, Fynn Schmitt und Omar Skirek, klären unkonventionell Beziehungsphänomene. Zwei Gelangweilte, Selma Weitz und Mattis Künzer, versuchen sich sehr amüsant als Spione. Ein unglücklicher Reicher trifft auf den glücklichen Armen und sie verändern sich gegenseitig. Man lernt was über Urlaubseigenheiten, schaut kurz mit Nora Lupfer humorvoll- philologisch in die Zukunft und beobachtet den abgebrühten Jugendlichen Valentin Roser. Jakob Steidle hingegen stellt mal kurz das Gerichtswesen in einem vollkommen neuen Licht dar. Das Ganze wird mit erhellenden, witzigen und absurden Zwischentexten garniert. Kurz um: das Programm ist so bunt, schrill, widersprüchlich und vielfältig wie unsere Gesellschaft.

  • Elefantenpolo

    Elefantenpolo

    Mario Röttger befindet sich im Zenit der Pubertät und hat die Versetzung in die nächste Klasse nicht geschafft. Statt die Sommerferien zu genießen und sich vom Schulstress zu erholen, muss er deshalb von morgens bis abends für die Nachprüfung pauken. Sein Vater hat die elterliche Wohnung zu einem Gefängnis umfunktioniert und kontrolliert gnadenlos die vermeintlichen Lernfortschritte, stellt ihm immer neue Aufgaben und überlässt den Jungen ansonsten sich selbst, während Marios Mutter sich in weiter Ferne am Meeresstrand tummelt und allenfalls per Handy erreichbar ist.Mario reflektiert in den einsamen Stunden der Gefangenschaft sein bisheriges kurzes Leben und entwickelt rückblickend zunehmenden Hass und Aggressivität gegen seine Eltern – und gegen sich selbst.

    Das Stück thematisiert mögliche Auswirkungen Online-Proben in den Zeiten von Corona (ElefantenPolo) struktureller Gewalt auf einen heranwachsenden Menschen und kritisiert gängige Funktionsweisen von Schule und Familie. Ausgezeichnet mit dem Marburger Kurzdramenpreis.

    JuBO hat den bundesweiten Theaterpreis 2022 AMARENA in der Kategorie Kinder-und Jugendtheater gewonnen

    JuBO wurde Anfang März für den bundesweit ausgeschriebenen Theater-preis AMARENA in der Kategorie Darstellende Künste mit Kindern und/oder Jugendlichen mit der Inszenierung „ElefantenPOLO“ nominiert. Damit hat sich JuBO mit zwei weiteren Jugendtheater gegen 26 Mitbewerber durchgesetzt.Alleine die Nominierung, dieses „deutschen Oscars für Amateurtheater,“ ist eine Ehrung des Vereines für seine herausragende Arbeit im Bereich Jugend-theater, gerade in den letzten 2 Jahren in der Pandemie. Nun haben wir auch den Preis gewonnen. Damit hatten wir nicht gerechnet. Dank auch an alle Mitbewerber, die sicherlich auch sehr gute und Interresante Inszenierungen eingereicht haben.Hier nun die Nominierungsbegründung der Jury:

    Es ist eine triste Situation. Ein 14-Jähriger sitzt an seinem Schreibtisch, wälzt im analogen Wörterbuch, kichert über das zweite Wort der Komposition „Mitglied“ – überall Unordnung, Plastikflaschen, ein Glas Schokoladencreme. Die Bühne spiegelt den Charme eines Jugendzimmers, aus dem man gerne herausgewachsen ist. Der Jung`e beginnt monologisierend über seine Situation zu reflektieren, über die Beziehung zu seinem Vater, die Erfahrung von Ablehnung und häuslicher Gewalt. Der Darsteller oszilliert zwischen weinerlicher Erschöpfung und impulsiven Aufbegehren. Der Stoff-Teddy wird zum Stellvertreter der Außenwelt.
    Mit ElefantenPOLO von Peter Klusen wählte der Verein JuBO e. V. ein Solostück, das von gleich drei Jugendlichen an unterschiedlichen Abenden gespielt wurde. Die dem Kuratorium vorliegende Version zeigt Darsteller Valentin in einem sensiblen, facettenreichen Spiel, das dem Jugendlichen viel Raum zur darstellerischen Brillanz verleiht. Die Gruppe beschreibt sich selbst als „ein von Jugendlichen selbstverwalteter und selbstbestimmter Theaterverein für Jugendliche und Junggebliebene bis 90“. Das Kuratorium zeichnet mit dieser Nominierung die beeindruckende schauspielerische Leistung aus, die von Seiten der Regie mit Sinn und Verstand Raum für dieses feinfühlige Thema schafft. Das eigene Unbehagen beim Zusehen ist gewollt und sollte gerade in Zeiten von zunehmender häuslicher Gewalt gegen junge Menschen in der Corona-Pandemie mehr als Beachtung finden.

    Bilder aus den Online Proben

  • Doktor Jekyll und Fräulein Hyde

    Doktor Jekyll und Fräulein Hyde

    von Matthias Hahn

    Für diese Produktion angepasst von JuBO

    deutscher theaterverlag

    Regie: Torsten Hoffmann

    Veranstalter: JuBO

    Eine Gruppe junger Schauspieler probt für ihren großen Auftritt „Doktor Jekyll und Fräulein Hyde“ von Matthias Hahn. Die Ideen zur Bühne und den Kostümen bewegen sich in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Die Geschichte: Ein Wundertrank aus Jekylls Labor soll Gesundheit und Vollkommenheit versprechen. Doch alles kommt anders und ausgerechnet Corona macht die Umsetzung des Theaterstücks sowas von unvollkommen. Anstatt sich für die Proben zu treffen bleiben die Darsteller aufgrund des Kontaktverbots zu Hause. Ihnen bleibt also nichts anderes übrig als sich in Privatklamotten online zu treffen. Über die Webkameras wird das Stück einstudiert, Woche für Woche, Tag für Tag. Nach und nach entwickelt sich tatsächlich eine virtuelle Spielleidenschaft und kurz vor der Premiere… aber sehen sie selbst.

    Doktor Jekyll arbeitet an einer neuen Wunderdroge, ein Medikament, das zur völligen Gesundung und Vollkommenheit führen soll. Doch seine Selbstversuche nehmen eine unangenehme Wendung. Das Mittel verändert nicht nur den Körper sondern auch die Persönlichkeit. Aus Doktor Jekyll wird Mr. Hyde, ein bösartiger Unmensch. Als dann aber das neue Dienstmädchen Missy aus Unachtsamkeit den Wundertrank verunreinigt, gelingt Doktor Jekyll die vollkommene Verwandlung. Fräulein Hyde ist geboren und stiftet allerlei Verwirrung unter den Angestellten, Freunden und Feinden des angesehenen Doktors. Schon bald gibt es die erste Leiche.

  • Wider der Weißen Wolke- Fredy Hirsch und seine Jugendlichen

    Wider der Weißen Wolke- Fredy Hirsch und seine Jugendlichen

    Vor 77 Jahren endete der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation des Deutschen Reiches. Die Jugendbühne Ostfildern (JuBO) widmet ihr selbstgeschriebenes Theaterstück „Wider der weißen Wolke – Fredy Hirsch und seine Jugendlichen“ den Opfern des Holocaust, die niemals in Vergessenheit geraten sollten. Die Spieler des Ensembles recherchierten in Biographien, Akten, Dokumenten, Tagebüchern, Fotos und Videoaufnahmen die Lebensgeschichten von insgesamt fünfzehn jungen Menschen. Das unter der Regie von Gerhard Bauer entstandene Stück wird nun in filmischen Szenen und in einer Ausstellung präsentiert: berührende Szenen von der zunehmenden Entrechtung, dem Ghettoleben in Theresienstadt und schließlich der Deportation nach Auschwitz, wo Fredy mit Mengele verbesserte Lebensbedingungen für die Kinder aushandelt.

    Herzlichen Dank an unser Publikum,dass uns trotz  strenger  Coronaregeln die Treue gehalten hat.Wider der Weißen Wolke- Fredy Hirsch und seine JugendlichenAufgrund der wirklich überwältigenden Rückmeldungengehen wir in die Verlängerung – mit der VHS Ostfildern!!! 

    im Oktober 2021 bei der VHSAusstellung „Das Schicksal jüdischer Jugendlicher“ mit FinissageDie kostenfreie Ausstellung zeigt die vhs Ostfildern ab Dienstag, 9. November, jeden Werktag von 08.00 bis 17:00 in der vhs Ostfildern-Nellingen an der Halle, Esslinger Str. 26. Sie endet mit einer Filmvorführung der Jugendbühne Ostfildern e.V. am Sonntag, 21. November, 15.00-18.00 Uhr, die 10 Euro kostet. Infos und Anmeldung für die Finissage bitte bis 16.11.2021 per E-Mail an h.powalla@ostfildern.de